Podcasts in der Hochschullehre

Rezeptive Nutzung

Rezmp3_player.jpgeptiv können Podcast in der Hochschullehre eingesetzt werden, indem Vorlesungen aufgezeichnet werden und den Studenten als Podcasts zur Verfügung gestellt werden. Wenn einzelne Vorlesungen verpasst werden, können die Inhalte bequem von zu Hause aus, an der Uni oder in der Freizeit nach gehört werden. Auch zum Lernen für Klausuren eigenen sich die Podcasts, da die Studenten neben Mitschriften den exakten Wortlaut des Dozenten hinzuziehen können. In der Vorlesung selbst können die Studenten besser zuhören, denn es sind keine ausführlichen Mitschriften mehr nötig, um sich auf die Klausur vorbereiten zu können.

Podcasts als reflexive Lernmethode
Lernen geschieht stets im Spannungsfeld unterschiedlicher Rahmenbedingungen, die das Lernen (positiv oder negativ) beeinflussen. Die metakognitive Auseinandersetzung mit dem eigenen Lernen (Reflexion) muss aus subjektwissenschaftlicher Sicht notwendigerweise mehrere Dimensionen einschließen, um einem Bildungsanspruch gerecht zu werden: Neben der Reflexion über internale förderliche und hinderliche Aspekte des Lernens werden auch förderliche und hinderliche Aspekte der situativ-institutionellen Rahmenbedingungen zum Reflexionsgegenstand. Solche Reflexionen fördern die Urteilskraft und tragen im Sinne v. Hentigs dazu bei, „den Menschen durch Bildung zum Subjekt seiner Handlungen, zum Herrn über die Verhältnisse zu machen“ (v. Hentig 1996, S. 163).
Mit Ausnahme des „Reiz-Reaktion-Lernens” behavioristischer Manier bedarf jedes Lernen auch Reflexionsmomente – sonst würde man wohl nicht von Lernen sprechen können, das diesen Namen auch verdient. Wohl aber gibt es sehr unterschiedliche Grade, vielleicht auch Qualitäten von Reflexion. Weiterlesen

Aktive Nutzung

mikro.jpgAktiv können Podcast in der Hochschullehre eingesetzt werden, indem Studenten sich in der Produktion eines Podcasts selbst versuchen. Dabei sollen Studenten den zu behandelnden Inhalt repräsentativ aufarbeiten (ähnlich eines Referates) und ihn dann jedoch mit einem Aufnahmegerät aufzeichnen. Da man bei einem Podcast nicht visuell arbeiten kann, liegt die Herausforderung dann in der Formulierung und auditiven Aufbereitung der Inhalte. Unterstützend sollte in einem Podcast immer mit O-Tönen und Geräuschen oder Musikeinspielungen gearbeitet werden, um die Monotonie zu vermeiden. Als bewährte Alternative zur auditiven Dokumentation empfiehlt sich, den zu lernenden Inhalt in eine Geschichte zu verpacken. Diese kann rein fiktiv gewählt werden oder aus dem Alltag gegriffen sein. Dazu wird der Inhalt zu einem Hörspiel, durch welches Informationen und Zusammenhänge leichter nachzuvollziehen sind.


Der Podcast als konstruktivistische Lernauffassung
Konstruktivisten gehen davon aus, dass ein Wissenserwerb in einem vom Lernenden aktiv aufbauenden Prozess erfolgt. Lerngegenstände müssen dazu in einem konkreten Situationsbezug stehen. Entlang dieser Situation entwickelt der Lernende sein Wissen selbst und passt es in seine individuelle Wissensstruktur (konstruktiv) ein. Erst damit entsteht richtig verstandenes Wissen, das nach Ansicht der Konstruktivisten weniger träge ist. Beim konstruktivistischen Unterricht liegt die Aktivität auf Seiten des Lernenden, der in einem situierten Prozess sein Lernen gestaltet. Der Lehrer unterstützt, berät und regt diesen Prozess an. Er schafft für den Lernenden eine situierte Lernumgebung.
(http://www.lrz-muenchen.de/~scheltenpublikationen/pdf/konleschelten2000prs.pdf)
Durch die Erstellung eines eigenen Podcasts zu einem bestimmten Thema wird ein aktiver Lernprozess in Gang gesetzt, der mit einem selbst erarbeiteten Wissenserwerb einhergeht. Die Lernenden bekommen ein Thema, in welches sie sich eigenständig einarbeiten, dieses interpretieren und das Wissen so transferieren müssen, dass ein Rezipient den Inhalt nachvollziehen kann. Dadurch, dass die Lernenden das Erarbeitete in Form eines Podcasts wiedergeben müssen, ist nicht nur der Erwerb von Wissen das Ziel, sondern den Wissenserwerb auch kreativ darzustellen.
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Der Podcast als narrative Lernmethode
Der Begriff Narration kommt von dem lateinischen Wort "narrare", das "erzählen" bedeutet. Er ist als Oberbegriff sowohl für Geschichten (Narration als Produkt) als auch für das Erzählen von Geschichten (Narration als Prozess) zu verstehen. Wissen durch das Erzählen von Geschichten zu vermitteln hat bereits kulturgeschichtliche Tradition und seine Vorteile dabei über die Jahre nicht verloren. Zudem gilt das Narrative in der Psychologie sogar als zentrales Prinzip von Gedächtnis und Denken. Unter dem Stichwort „teaching as story telling“ wurden in den 1980er Jahren bereits erste Studien in diesem Bereich durchgeführt.
Podcasting als narrative Lernmethode geht einen Schritt weiter als eine reine auditive Dokumentation. Hierbei sollen Lerninhalte in Form einer greifbaren Geschichte vermittelt werden. Die Lernenden sind dabei besonders gefordert, die Inhalte auf kreative Art in einer Geschichte zu transferieren. Mit Hilfe von Protagonisten und kronkreten Beispielsituationen sollen somit Theorien und die Kernaussagen der Lerninhalte veranschaulicht werden. Die produzierten Podcasts können anschließend als Lehrmaterial in darauf folgenden Seminaren eingesetzt und ergänzt werden.
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